LABAN
 



Ja, im Verzeichnis lauft ihr mit als Männer;

Macbeth 3,1.

Als Begründer des deutschen Ausdruckstanzes in den 1920er Jahren hat Rudolf von Laban sein ganzes Leben der Kunst der Bewegung geweiht und entwickelte seine Theorien auf Grund der Gesetze, die die Bewegung des menschlichen Körpers regieren. Seiner Theorie der Psychologie der Bewegung zufolge drücken die Faktoren einer Bewegung von Kraft/Gewicht, Raum, Zeit und Fluss die geistigen Faktoren des Empfindes, Denkens, der Intuition und des Fühlens aus. Alle Bewegungen sind entweder nach außen gerichtet (extrovertiert) oder nach innen (introvertiert). Das, was Laban in der Bewegung des menschlichen Körpers entdeckte, fand Carl Gustav Jung in der Bewegung der menschlichen Psyche, veröffentlicht in seinem Buch "Psychologische Typen". Ein zentraler Aspekt von Labans Theorie von Bewegung ist das Konzept, dass die Bewegungsfaktoren die inneren Einstellung des menschlichen Verstandes enthüllen, von denen es 6 gibt, und dass alle Bewegungen als Arbeitshandlungen beschrieben werden können, von denen es 8 gibt. Die Bewegung des menschlichen Körpers erreicht seinen höchsten Ausdruck im Tanz, der eine "Welt virtueller Kräfte" schafft (Suzanne Langer: "Feeling und Form"). Die Bewegung der menschlichen Psyche erreicht seinen höchsten Ausdruck in der Poesie. Das Theater ist eine virtuelle Welt, die, wie alle Künste, menschliche Gefühle durch Symbole wiederspiegelt. Labans Theorien versorgen Schauspieler und Regisseur mit einem Vokabular, um die nicht-diskursive Symbolik des Dramas zu beschreiben.